April 2010 - Alpentransitbörse – auch im Südtirol auf Erfolgskurs
Die Bürgermeister an der Brennerachse sehen in der Alpentransitbörse (ATB) ein gutes Instrument, um ihre Dörfer vom Transitverkehr zu entlasten. Ein politischer Vorstoss fordert die nationale Regierung in Rom zum Handeln auf.
Zu viel Schwerverkehr am Brenner

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- Die ATB-Botschafter der Alpen-Initiative (3. und 4. von links), umrahmt von Südtiroler Bürgermeistern. Foto Alpen-Initiative
- Alpen-Initiative
Die ATB-Botschafter der Alpen-Initiative (3. und 4. von links), umrahmt von Südtiroler Bürgermeistern. Foto Alpen-Initiative.
Die Belastung auf der Brennerachse ging aufgrund der Wirtschaftskrise zurück, sie bleibt aber weiterhin auf dem hohen Niveau von 1,65 Mio. Lastwagen im Jahr 2009. In der Schweiz zählte man 2009 auf allen Alpenübergängen insgesamt 1,18 Millionen alpenquerende Lastwagen. Die meisten davon wählten die Gotthardroute.
Zusätzlich zum Ausbau der Brennerachse mit dem geplanten Basistunnel braucht es, wie in der Schweiz, ein wirksames Verlagerungsinstrument: die Alpentransitbörse. Die Alpen-Initiative informiert deshalb seit Oktober 2009 vor Ort aktiv die direkt betroffenen Bürgermeister und Landtagsabgeordneten über unsere Idee der Alpentransitbörse. Auf Einladung des Gemeindenverbands Südtirol konnte die Alpen-Initiative im Januar 2010 die Bürgermeister entlang der Brennerachse (Brennerbahnausschuss) aus erster Hand informieren. Die Bürgermeister zeigten sich bei diesem Treffen in Bozen überzeugt, dass ein Instrument wie die Alpentransitbörse unbedingt erforderlich ist, um steuernd in den Wildwuchs beim Alpentransit eingreifen zu können und ihre Dörfer zu entlasten.
Allerdings brauche es dieses Instrument schon vor der Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels, so der Tenor bei den Südtiroler Bürgermeistern. Als Resultat dieser Informationsarbeit soll im Südtiroler Landtag sowie im Regionalrat Südtirol/Trentino ein Antrag eingereicht werden, der sich an das Parlament in Rom sowie die italienische Regierung richtet. Der Antrag fordert die Erstellung eines Konzeptes für die Verlagerung des Güterverkehrs in sensiblen Regionen wie den Alpen auf umweltfreundliche Verkehrsträger. Insbesondere sollen darin Überlegungen zu «Bewirtschaftungsmassnahmen von Verkehrsinfrastrukturen sowie zum Handel mit Transitrechten» enthalten sein. Letztlich soll ein Modell der Alpentransitbörse erarbeitet werden, das im gesamten Alpenraum eingeführt werden kann.
Im sogenannten Dreier-Landtag von Tirol, Südtirol sowie Trentino wurden im Oktober 2009 ebenfalls Anträge zur Transitbörse eingereicht. Das Tirol seinerseits forderte die österreichische Regierung bereits 2006 auf, die Alpentransitbörse einzuführen. Die Alpen-Initiative kann feststellen, dass sich die Alpentransitbörse als effizientes und marktwirtschaftliches Instrument zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene langsam, aber stetig auch in den betroffenen Regionen entlang der Brennerachse durchsetzt. Und: Gut Ding will Weile haben!
Alpentransitbörse
Die Alpen vom Schwerverkehr entlasten