Dr. Axel Friedrich
International tätiger Umwelt-Fachmann mit Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung im Verkehrssektor

"Der Klimawandel bedroht die Alpen im besonderen Masse. Auch die Lärmbelastung und der Verlust an Biodiversität sind nicht akzeptabel. Jede Möglichkeit zur Verbesserung der Situation muss genutzt werden. Die bisherigen Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus. Es sind weitere, wirksamere Instrumente dringend nötig. Eine Alpentransitbörse als neues Instrument des Nachfrage-Managements ist geeignet, gezielt bei den Ursachen anzusetzen. Die Idee, die in der Schweiz entwickelt wurde, sollte alpenweit umgesetzt werden. Das könnte dem sensiblen Alpenraum spürbare Entlastungen bringen."

Jürgen Weiss (ÖVP)
Präsident des Bundesrates der Republik Österreich

„Transportkapazität ist ein knappes Gut, das durch zusätzliche LKW-Züge und Eisenbahnwaggons nicht mehr beliebig vermehrt werden kann. Auch der Bau weiterer Verkehrswege stösst inzwischen an enge Grenzen. Daher stellt sich die Frage, wie dieses knappe Gut bewirtschaftet wird. Wenn man von der Untauglichkeit und Wirtschaftsschädlichkeit dirigistischer Lenkungsmassnahmen überzeugt ist, wird man zwangsläufig zu marktwirtschaftlichen Instrumenten geführt. Ihre Wirksamkeit gründet ganz wesentlich auf Kostenwahrheit, die im Sinne der Nachhaltigkeit auch nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt einbeziehen muss. Sie führt einerseits zu Vermeidung unsinniger Verkehrsströme und andererseits zu Lenkungseffekten, zu denen eine Alpentransitbörse einen wichtigen Beitrag leisten kann. Auf Grund des österreichischen Regierungsprogramms 2007 und des dort verankerten Bekenntnisses zur Alpentransitbörse beteiligt sich Österreich an europäischen Vorarbeiten. Es handelt sich um ein Projekt, das kein Land für sich allein umsetzen kann, sondern das einer gemeinsamen Vorgangsweise zumindest der wichtigsten Transitländer bedarf. Im neuen Regierungsprogramm der soeben neu gebildeten Bundesregierung bekennt sich Österreich dazu, die Aktivitäten im Rahmen des Zürich-Prozesses und eine praktikable Implementierung der Ergebnisse in der EU-Verkehrspolitik gemeinsam mit den anderen Alpenländern fortzusetzen. Dem Schweizer Verein Alpen-Initiative ist dafür zu danken, dass er die vielfach im Kreis gehende verkehrspolitische Diskussion um den innovativen Denkanstoss für eine Transitbörse bereichert hat und für uns alle verdienstvoller Stachel im Fleisch ist.“ 


Prof. Dr. Udo Becker
Technische Universität Dresden, Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrsökologie

"Die Alpentransitbörse ist ein realisierbares, effizientes und effektives Instrument der Verkehrspolitik." Dieses Zitat aus dem Forschungsbericht zur Alpentransitbörse aus dem Jahr 2004 gilt auch noch heute – es gilt heute sogar noch mehr, denn je knapper die Finanzen und je gefährdeter das Klima wird, desto mehr sind attraktive und effiziente Lösungen gesucht. Ich unterstütze die Idee und das Konzept uneingeschränkt.


Prof. Dr. jur., LL.M. (Harvard) Heribert Rausch
Emeritierter Professor für Öffentliches Recht, insbesondere Umweltrecht, an der Universität Zürich.

„Die Mehrheit der Politiker denkt in der Verkehrspolitik nur an die Hardware wie Strassen- und Schieneninfrastruktur, aber nicht an die Software. Das ist rückständig. Mit einer intelligenten Software lassen sich Leerfahrten reduzieren und Unsinnstransporte vermeiden. Die Alpentransitbörse ist innovative Logistik.“


Franck Riboud
CEO Danone / Präsident des Komitees Transalpine Lyon – Turin

«Die Danone Gruppe ist mit mehr als 30`000 Mitarbeitern in Europa einer der grössten Nutzer des Schienengüterverkehrs. Als Präsident des Komitees für die neue Eisenbahnverbindung Lyon – Turin unterstütze ich die Einführung einer Verlagerungspolitik im Alpenraum, um die Realisierung des Lyon – Turin zu begleiten. Die Alpentransitbörse ist eine der möglichen flankierenden Massnahmen, und ich unterstütze daher das Vorgehen der Zürich-Gruppe, die im Oktober 2006 in Lyon eine konkrete Prüfung der Durchführbarkeit beschlossen hat.»


Prof. Wilfried Puwein
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Wien

«Bereits 1989 schlug ich eine Transitbörse für den alpenquerenden Gütertransit vor. Als Ökonom ist es naheliegend, ein knappes Gut – in diesem Fall die Umweltqualität in den betroffenen Alpentälern bzw. die «verträgliche» Zahl der Transitfahrten – auch als solches zu behandeln. Der Staat muss für die Nutzung dieser begrenzten Ressource einen Markt schaffen, auf dem die Verfügungsrechte gehandelt werden können. Der freie Handel schafft dann die erforderlichen Preissignale, die dafür sorgen, dass die knappen Transportkapazitäten optimal genutzt werden.»


Michel Dubromel
Leiter Verkehr und nachhaltige Mobilität bei France Nature Environnement FNE, Verwaltungsrat der französischen Staatsbahn SNCF

«Die Schweiz hat uns mit der Einführung der LSVA im Jahre 2001 den Weg gezeigt. Die Alpentransitbörse ist eine praktische und den wirtschaftlichen Zwängen der Transportbranche angepasste Lösung. Dies fördert die Verlagerung des Schwerverkehrs, um der Luftverschmutzung im empfindlichen Berggebiet entgegenzuwirken.»


Andreas Wabl
Klimaschutzbeauftragter des österreichischen Bundeskanzlers (2007-2008)

«Die Alpen sind vom Klimawandel mehr betroffen als andere Regionen. Der Temperaturanstieg ist hier doppelt so hoch wie im Durchschnitt, und die Auswirkungen sind in diesem sensiblen Ökosystem schneller und massiver spürbar. Der Verkehr ist einer der Hauptklimasünder - sein CO2-Ausstoss nimmt weiterhin zu, während in andern Bereichen Einsparungen gemacht wurden. Auch die direkten Auswirkungen des stark zunehmenden Transitverkehrs durch die sensiblen Alpen sind beträchtlich und verlangen nach konkreten Maßnahmen. Die Alpentransitbörse ist eine hervorragende Maßnahme im Kampf um eine massive Verminderung im CO2-Ausstoss zu erreichen.»


Eva Lichtenberger
Mitglied Europaparlament, Grüne Österreich

„Die Alpentransitbörse ist für mich als Europarlamentarierin im Verkehrsausschuss ein echtes Hoffnungssignal. Die Idee stößt auf großes Interesse bei meinen Kollegen, wobei leider zu sagen ist, dass nicht alle sich das für die EU vorstellen können. Aber daran arbeiten wir! Ich danke der Alpen-Initiative für dieses Zukunftsmodell, das wir in einer Welt der LKW-Lobbyisten gerne und oft zitieren!“